Das Erste: NDR/SWR-Dokumentation über ein politisches Phänomen: "Die Story im Ersten: Der Frühling der Piraten" Am Montag, 18. Juni um 22.45 Uhr im Ersten

München (ots) – Plötzlich sind sie in aller Munde, ziehen in die Landtage ein, und niemand hat sie kommen sehen oder ernst genommen: Die Piraten erobern die deutsche Politik. Aber was haben sie zu bieten, was sind ihre Inhalte? Ist es das Netz, das Urheberrecht? Kapern Rechtsradikale die junge Partei? Wohl keine politische Erscheinung der jüngeren deutschen Geschichte ist mit so vielen Fragen behaftet. In “Die Story im Ersten: Der Frühling der Piraten. Erst meutern. Dann regieren?” versucht ein Team von NDR- und SWR-Autoren, Antworten zu finden.

Autorin Anika Giese (NDR) geht der Piraten-Ursprungsgeschichte in Schweden auf den Grund. Außerdem folgte sie den Piraten-Kandidaten Torge Schmidt und Angelika Beer im Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein. Thomas Schneider (SWR) schaute sich den Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen an und fragt sich, wie im alten Land von Stahl und Kohle plötzlich Computer und Internet die Politik bestimmen und Piraten-Kandidaten wie Michele Marsching die Wähler anziehen. Ralf Hoogestraat (NDR) beobachtete die “etablierten” Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus, erkundet den urbanen Internet-Dschungel, aus dem die Piraten in Deutschland gewachsen sind, und findet in Bayern die AG 60plus, die zeigt, dass Piraten auch Senioren-Politik gestalten wollen.

Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, will die Partei weiterentwickeln und braucht dafür Geld: “Ich würde mir wünschen, dass wir eines Tages auch in der Lage sind, diejenigen Kräfte zu bezahlen, die die Grundarbeit machen. Das braucht seine Zeit, wir müssen mittelfristig eine solide Finanzplanung machen. Das gehört zur Professionalisierung einer Partei dazu.”

Heinz Riesenhuber, CDU, Alterspräsident des Bundestages, hat schon einige politische Strömungen kommen und gehen sehen, trotzdem ist er von den Piraten fasziniert: “Ich muss sagen, es ist schon eine sehr bewegende, beeindruckende und interessante Geschichte zu sehen, wie so eine neue Gemeinschaft sich formt.”

Erhard Eppler, SPD-Politiker im Ruhestand, beobachtet die Entwicklung von seinem Alterssitz in Schwaben sehr kritisch: “Möchten Sie jemanden wählen, der bei jeder Entscheidung, die er zu treffen und zu verantworten hat, sagt, jetzt muss ich erst einmal über das Internet die Basis befragen?”

Jörg Schönenborn, ARD-Wahlexperte, sieht für die Piraten keine große Zukunft: “Wir haben in Deutschland eine Gruppe von Nomadenwählern. Die waren 2009 bei der FDP und die sind jetzt bei den Piraten. Aber, was spricht dafür, dass Nomaden nicht weiterziehen werden.”

Torge Schmidt, Pirat aus Schleswig-Holstein, ist es egal, ob seine Partei lange bestehen wird oder nicht – Hauptsache, die Ideale werden überleben: “Es geht darum, dass diese Ideale, die Art und Weise, Demokratie zu leben, weiter geführt werden, und ob es die Piratenpartei gibt oder nicht ist nebensächlich.”

Der Film läuft am Montagabend, 18. Juni, auch als Live-Stream im Internet (daserste.de/piratendoku oder NDR.de/piraten). Gleichzeitig können die Zuschauerinnen und Zuschauer über den Kurznachrichtendienst Twitter ihre Meinungen mitteilen (Hashtag #arddoku). Diese werden dann im Internet-Stream der Sendung gezeigt.

Einen Trailer zur Dokumentation, Interview-Ausschnitte aus dem Rohmaterial und weitere Informationen zur Sendung finden Sie im Internet unter daserste.de/piratendoku oder NDR.de/piraten.

Pressekontakt:

NDR Presse und Information, Iris Bents, Tel: 040/4156 2304, E-Mail: 
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Fotos unter www.ard-foto.de 

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