Am 14. März 2026 öffnete das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim seine Tore für die neue Saison. Pünktlich zum Auftakt stehen die rund 40 bis 50 neugeborenen Lämmer der Coburger Fuchsschafe im Mittelpunkt des Besucherinteresses. Diese Rasse gilt laut der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen als besonders schützenswert und zeichnet sich durch die charakteristische rotbraune Färbung der Lämmer aus. Unter der neuen Leitung von Karin Falkenberg, die das Amt der Museumsdirektorin im Oktober 2025 übernahm, setzt das Museum verstärkt auf die Verbindung von lebendiger Traditionspflege und emotionaler Vermittlung.
Erhalt seltener Rassen und ökologische Vielfalt
Neben den Schafen kündigt die Museumsleitung für die kommenden Monate weiteren Zuwachs an: Ein Zuchtbulle der seltenen Rasse Triesdorfer Tiger soll Einzug halten. Diese fränkische Rinderrasse war fast vollständig vom Aussterben bedroht und wird im Freilandmuseum als Teil eines aktiven Erhaltungsprogramms präsentiert. Ergänzt wird das Naturangebot durch den Saatgutmarkt zum Saisonauftakt, der den Fokus auf die Biodiversität legt – insbesondere durch das Angebot alter Tomatensorten in verschiedenen Farben und Formen, was die Rolle des Museums als Gen-Reservoir für historische Kulturpflanzen unterstreicht.
Astronomie und historische Lichtkultur
Das Veranstaltungsprogramm 2026 erweitert den musealen Fokus um astronomische Aspekte. An den Terminen 21. März, 18. April und 9. Mai werden geführte Nachtshimmel-Spaziergänge über das 45 Hektar große Gelände angeboten, bei denen Sternbilder und Galaxien fernab städtischer Lichtverschmutzung thematisiert werden. Parallel dazu widmet sich eine neue Sonderausstellung unter dem Titel „Lichtblicke“ der Kulturgeschichte der Beleuchtung. Hier werden Exponate wie historische Schulwandbilder und großformatige Farbdrucke gezeigt, die den technologischen Wandel und dessen Einfluss auf den Alltag dokumentieren.
Jubiläen und architektonisches Erbe
Das Museum, das rund 130 translozierte Bauwerke umfasst, feiert in diesem Jahr ein Doppeljubiläum in der „Baugruppe Stadt“. Das dort ansässige Kirchenmuseum in der Spitalkirche begeht sein 20-jähriges Bestehen, während der dazugehörige Förderverein auf 35 Jahre Unterstützung zurückblickt. Ein zentraler Festakt ist für den 19. Juli geplant. Laut Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster bietet das Gesamtkonzept des Museums einen „Kurzurlaub für Körper, Geist und Seele“, indem es die historische Architektur Frankens in einen lebendigen, besuchernahen Kontext setzt.