Wenn plötzlich Funkstille herrscht / ZDF-Doku über wortlosen Kontaktabbruch und die ewige Frage nach dem Warum

Mainz (ots) – Sie lebten jahrelang in einer engen Beziehung, waren freundschaftlich oder familiär verbunden, und plötzlich ist alles aus. Von einem Tag auf den anderen bricht einer der Partner den Kontakt ab und lässt den anderen ohne jede Erklärung zurück. In dem Film „Abgetaucht“, den das ZDF am Dienstag, 3. April 2012, 22.15 Uhr, in seiner Dokumentarreihe „37°“ ausstrahlt, geht Tina Soliman der Frage nach, warum Menschen den Kontakt abbrechen und was die plötzliche „Funkstille“ in dem anderen auslöst. Die Autorin hat sich seit fast sieben Jahren mit dem Phänomen beschäftigt und dabei rund 300 Betroffene kennen gelernt. Drei davon haben zugestimmt, vor der Kamera Einblick in ihre Motive, Ängste, Verletzungen zu gewähren.

Für Doris (54) ist das Erlebnis „schlimmer als der Tod meines geliebten Bruders“. Vor eineinhalb Jahren brach ihre beste Freundin ohne Erklärung den Kontakt zu ihr ab. Doris hat bis heute keine Ahnung warum. 35 Jahre waren sie eng befreundet, studierten zusammen, fuhren gemeinsam in Urlaub, waren bei Heirat und Scheidung dabei und sind Patentanten ihrer jeweiligen Kinder. Und dann, wie aus heiterem Himmel: Funkstille. „Ich bin zu ihrem Haus gefahren, habe geklopft, geklingelt, getrommelt, gerufen und geweint“, erzählt die eher kontrollierte Geschäftsführerin eines Softwareunternehmens. Die Sprachlosigkeit hält bis heute an.

Rolf (39) fühlt sich „als Mensch komplett demontiert. Mein Selbstbewusstsein ist hinüber“. Seine Freundin hat vor einem Jahr die Beziehung von heute auf morgen für beendet erklärt, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, warum. Auf Kontaktversuche reagiert sie nicht, sie schweigt einfach. Für Rolf ist eine Welt zusammengebrochen, da er offenbar nicht einmal eine Erklärung wert ist.

Vor fast fünf Jahren hat Tanja den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen. Dem „37°“-Team erklärt sie, dass sie ihrer Mutter immer wieder signalisiert habe, dass sie ihre Bedürfnisse akzeptieren und sie um ihrer selbst willen lieben solle. Sie leide auch unter dem Kontaktabbruch, sagt sie, doch das Schweigen biete ihr Schutz und bewahre sie vor weiteren Verletzungen. Die Mutter allerdings weiß bis heute nicht, warum Tanja nicht mit ihr sprechen will.

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