Schöne neue Medienwelt: vernetzt, offen, mobil./ Bilanz des 24. Medienforum.NRW

Köln (ots) – Unter dem Kongress-Motto “Schöne neue Medienwelt: vernetzt, offen, mobil.” haben Vertreter aus den Bereichen Medienpolitik und -wirtschaft, Wissenschaft und Journalismus beim 24. Medienforum.NRW aktuelle Themen der Medienentwicklung diskutiert. Im Staatenhaus der Koelnmesse präsentierten mehr als 200 Experten aus dem In- und Ausland Fakten und Argumente. Dabei reichte das Themenspektrum von A wie Ausbildung über D wie Digitalisierung und Datenschutz, F wie Film und Fernsehen oder R wie Rundfunk und Regulierung bis zu Z wie Zukunft der Zeitung. Zusätzlich zu den bereits etablierten Kongresssparten für TV, Film, Publishing und digitale Medien wurde mit dem Open Government Summit in diesem Jahr erstmals ein Schwerpunkt auf moderne Online-Partizipationsmodelle gelegt.

“Das Medienforum.NRW hat zum 24. Male Experten und Interessierte zusammengebracht – und das im 25. Jahr des Bestehens der LfM als Veranstalter. Auch in diesem Jahr hat sich gezeigt, dass sowohl Themenauswahl als auch die Auswahl der Experten auf den Podien den notwendigen Diskurs über aktuelle Entwicklungen der Medien ermöglicht haben”, zog Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), am Ende der drei Kongress-Tage Bilanz. Für ihn sei wieder einmal “im positiven Sinne überraschend” gewesen, dass es in Köln die Mischung aus nationalen und internationalen Referenten, aus jungen und erfahrenen Besuchern ist, die für alle Gäste offenbar anziehend wirkt. “Persönlich habe ich mich auch über die positive Resonanz zum Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der LfM gefreut”, wies Brautmeier noch einmal auf die Feier mit vielen prominenten Gästen am Montagabend hin. “Was Festredner Alexander Kluge zum Thema Programmvielfalt gesagt hat und wie er es gesagt hat, war beeindruckend und fast schon ein bemerkenswerter zeitgeschichtlicher Medienmoment”, resümierte Brautmeier.

Vom 24. Medienforum.NRW gingen einmal mehr wichtige medienpolitische Signale aus. So forderte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mehr Online-Entfaltungsmöglichkeiten für ARD und ZDF. Insbesondere müsse auch darüber diskutiert werden, ob die im Rundfunkstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Online-Bereich festgeschriebene Sieben-Tage-Frist zweckmäßig sei. Kraft bezeichnete es als “nicht einleuchtend”, dass ARD und ZDF viele Angebote nach sieben Tagen im Internet bereits wieder löschen müssen. Darüber hinaus sprach sich die Ministerpräsidentin erneut für die Abschaffung von Werbung sowie die Reduzierung der digitalen TV-Programme des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus.

Zu den medienpolitischen Vorhaben der neuen Landesregierung, die Kraft zum Auftakt des 24. Medienforum.NRW in Köln erstmals präsentierte, gehört eine ganze Reihe neuer Initiativen. So gelte es etwa, das Pressefusionsrecht insofern zu lockern, dass im Fall des drohenden Aus von Zeitungshäusern Sanierungsfusionen erleichtert würden, erklärte die Ministerpräsidentin. Außerdem soll die neue “Stiftung Vielfalt und Partizipation” Projekte unterstützen, die beispielsweise im Ausbildungsbereich die Qualität, Unabhängigkeit und Vielfalt von Medieninhalten fördern. Mit dem Innovationsprogramm “Digitale Medien NRW” stehen ab sofort bis zu zehn Millionen Euro aus dem europäischen Ziel-2-Programm für Nordrhein-Westfalen zur Verfügung, um kleine und mittlere Unternehmen aus Bereichen wie Online, Games und Mobile zu unterstützen. Für die Förderung der Kino-Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen seien für die kommenden zwei Jahre bis zu drei Millionen Euro eingeplant.

Dr. Angelica Schwall-Düren (SPD), Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, setzte sich beim 24. Medienforum.NRW für Netzneutralität ein. Die mögliche Einrichtung unterschiedlicher Dienstklassen durch Access Provider bewertete sie deshalb skeptisch: “Mit der Etablierung eines solchen Zwei-Klassen-Internets gehen auch viele Gefahren einher.” Zum Thema Datenschutz sagte Schwall-Düren, Ziel müsse es sein, einen “breiten gesellschaftlichen Diskurs” anzustoßen. “Datenschutz betrifft letztlich jeden, der sein Leben auch online stattfinden lässt.” In diesem Zusammenhang sei Medienkompetenz eine wichtige Schlüsselqualifikation, deren Förderung ein wesentliches Anliegen der neuen nordrhein-westfälischen Landesregierung sei.

Das Medienforum.NRW bot auch in diesem Jahr wieder eine konsequent konvergent ausgerichtete Diskussionsplattform für alle Medienbranchen. Dank der vier Kongresssparten Medienforum.TV, Medienforum.Digital, Medienforum.Publishing und Medienforum.Film konnten Experten und Besucher branchenübergreifend mediale Grenzen überwinden und die Folgen der Digitalisierung diskutieren. “Die interdisziplinäre Perspektive ist uns ebenso wichtig wie die internationale”, erläuterte Dr. Gernot Gehrke, Geschäftsführer der LfM Nova GmbH, die das Medienforum.NRW organisiert: “Keynotes, Workshops, Paneldiskussionen, Interviews und Präsentationen mit Experten aus zahlreichen Unternehmen und Ländern tragen dazu bei, aktuelle Medienphänomene aus möglichst vielen Blickwinkeln zu beleuchten.” Bei der Auswahl von Referenten und Diskussionsteilnehmern habe sich die Mischung erfahrener Experten und junger, innovativer Medienmacher wie internationaler Top-Speaker erneut bewährt.

Auch der Internationale Filmkongress der Kongresssparte Medienforum.Film hat eine ausgezeichnete Resonanz bei den Besuchern erhalten. “Der über drei Tage voll besetzte Kongressraum zeigt, dass der Kongress sehr gut angenommen wird. Mit über 800 Gästen war die Filmparty zentraler Branchentreffpunkt”, erklärte die Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Petra Müller. “Der Film- und Medienstandort NRW geht mit guten Impulsen und konkreten Neuerungen in den Sommer”, sagte Müller und verwies auf das Innovationsprogramm Digitale Medien NRW, das Pilotförderprogramm zur Entwicklung innovativer Entertainmentformate und die Neuansiedlung des Ufa Lab NRW.

Der Kongress des 24. Medienforum.NRW bot mehr als sechzig Einzelveranstaltungen mit etwa 260 Referenten. Zu den Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops kamen insgesamt 3.400 Besucher. Zusammenfassungen der Kongressveranstaltungen werden online im Bereich Kongress/Presse unter www.medienforum.nrw.de angeboten. Dort finden sich auch Bilder und Video-Aufzeichnungen.

Das 24. Medienforum.NRW endet am kommenden Wochenende im Kölner MediaPark mit dem 6. Medienfest.NRW. Dort finden am 23. und 24. Juni medieninteressierte Schüler, Studierende und Quereinsteiger wichtige Informationen und Gesprächspartner für eine berufliche Laufbahn in den Medien, und zwar für Aus- und Weiterbildung. Geboten werden Workshops, Präsentationen, Vorträge und Diskussionsrunden. Die mehr als hundert kostenlosen Programmangebote des 6. Medienfest.NRW bilden das komplette Spektrum der Medienbranche ab: von Film, Fernsehen, Journalismus und Public Relations über Medienwissenschaft und -management bis hin zu Games, Web, 3D-Animation und Verlagswesen.

Das 6. Medienfest.NRW ist eine gemeinsame Veranstaltung des Medienforum.NRW und der Stadt Köln, unterstützt von etwa fünfzig Partnern und Ausstellern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.medienfest.nrw.de.

Pressekontakt:

Susanne Land
Pressesprecherin Medienforum.NRW

LfM Nova GmbH
sland@lfm-nova.de 

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