Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus prämiert zum 8. Mal Journalismus mit Qualität und Substanz – Preisgeld in Höhe von 47.000 Euro ausgelobt

Frankfurt am Main (ots) – „Kritischer Journalismus – Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“ unter diesem Motto vergibt die Otto Brenner Stiftung (OBS) 2012 sechs Preise und drei Recherche-Stipendien für junge Talente im Journalismus. Mit einem Preisgeld von insgesamt 47.000 Euro gehört der OBS-Journalistenpreis zu den höchst dotierten Journalistenpreisen in Deutschland. Sowohl 2008 und 2009 als auch 2010 und 2011 wurden jeweils über 500 Bewerbungen eingereicht. Die Ausschreibung 2012 läuft vom 1. April bis einschließlich 31. Juli.

Ziel des Wettbewerbs ist es, gesellschaftlich relevante aber vernachlässigte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Der Otto Brenner Preis soll Journalistinnen und Journalisten ermutigen, unbequeme Fragen aufzugreifen und Missstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft klar zu benennen. Anliegen des Wettbewerbs ist die Prämierung von Beiträgen, die sich vom breiten Meinungsstrom der Berichterstattung durch eine eigenständige und vor allem gründliche Rechercheleistung absetzen und in Sprache, Stil und Darstellungsweise überzeugen.

Der Preis für kritischen Journalismus orientiert sich am politischen Vermächtnis des langjährigen IG Metall-Vorsitzenden Otto Brenner, der Zivilcourage zum Maßstab seines Handelns machte. Den „aufrechten“ Gang forderte er auch von anderen ein. „Nicht Ruhe und Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit.“ (Otto Brenner 1968)

Eine unabhängige Jury prämiert drei intensiv recherchierte und anspruchsvolle Beiträge (1.-3. Preis, 10.000, 5.000 und 3.000 Euro). Hinzu kommen ein mit jeweils 2.000 Euro dotierter Newcomer- und ein Medienprojekt-Preis.

Der Brenner Preis „Spezial“ zeichnet die beste Analyse (Leitartikel, Kommentar, Essay) mit 10.000 Euro aus und soll dazu beitragen, dem Trend zum „Kikeriki-Journalismus“ (Heribert Prantl) und der unkritischen Übernahme einer Mehrheitsmeinung entgegenzuwirken. Der Preis soll den Mut zur klaren, pointierten und sorgfältig begründeten Meinung stärken. „Demokratie braucht Vielfalt, gerade in den kommentierenden Darstellungsformen. Der Preis will daher Texte prämieren, die Aufklärung fördern, die anregen und aufregen“, teilte die Stiftung zum Start der Ausschreibung 2012 mit.

Drei Recherche-Stipendien in Höhe von jeweils 5.000 Euro sollen es jungen Nachwuchsjournalisten ermöglichen, wichtige Themen aufzugreifen und über einen längeren Zeitraum zu recherchieren. Die Stipendien werden in Zusammenarbeit mit der Journalistenvereinigung „netzwerk recherche“ (nr) vergeben und von erfahrenen Redakteuren betreut. Beispiele erfolgreicher OBS-Recherche-Stipendien sind u.a. die Filme von Golineh Atai über „Auslandsadoptionen im globalen Kindermarkt“ und das Buch „Bertelsmannrepublik Deutschland – Eine Stiftung macht Politik“ von Thomas Schuler. 2007 erhielt Astrid Geisler für die Reportage „Das vergessene Land“ den Theodor-Wolff-Preis. Die preisgekrönte Reportage ist das Ergebnis eines OBS-Recherche-Stipendiums.

Teilnehmen und vorgeschlagen werden können ab sofort alle Journalistinnen und Journalisten mit Beiträgen aus Print, Hörfunk, Fernsehen und dem Internet. Einsendeschluss ist Dienstag, 31. Juli. Die Sitzung der Jury findet am 27. September statt.

Jurymitglieder sind Sonia Seymour Mikich (WDR, Monitor), Prof. Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Harald Schumann (Der Tagesspiegel), Prof. Dr. Volker Lilienthal (Rudolf Augstein Stiftungsprofessur für „Praxis des Qualitätsjournalismus“), Prof. Dr. Thomas Leif (SWR-Chefreporter, „2+Leif“) und Berthold Huber (1. Vorsitzender der IG Metall und Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung).

Die Preisverleihung findet am 30. Oktober 2012 in Berlin statt. Festredner wird Nikolaus Brender (ehemaliger ZDF-Chefredakteur) sein.

Weitere Informationen zum Otto Brenner Preis und alle notwendigen Informationen zur Bewerbung finden Sie im Internet unter www.otto-brenner-preis.de

Dort kann auch das „Best of 2011“ bestellt werden. Das Buch präsentiert die prämierten Beiträge, die Laudationes der Jury-Mitglieder auf die Preisträger und enthält zahlreiche Infos „rund um den Otto Brenner Preis“. Außerdem dokumentiert es die viel beachtete Festrede von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert sowie einen aktuellen Beitrag von Hans-Jürgen Jakobs (SZ) über „Medienjournalismus in Deutschland“.

Bewerbungszeitraum 2012: 1. April bis 31. Juli

Pressekontakt:

Otto Brenner Stiftung
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