Stuttgart
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 zieht die CDU Baden-Württemberg eine gemischte Bilanz. Trotz eines signifikanten Stimmenzuwachses auf 29,7 Prozent (2021: 24,1 Prozent) verfehlt die Union ihr erklärtes Ziel, als stärkste Kraft die Landesregierung anzuführen. Die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir liegen laut der aktuellen Hochrechnung mit 30,3 Prozent knapp vor der CDU.
Manuel Hagel gewinnt Wahlkreis Ehingen souverän
Ein persönlicher Erfolg gelang dem CDU-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Manuel Hagel in seinem Heimatwahlkreis Ehingen. Mit 47,1 Prozent der Erststimmen sicherte er sich das Direktmandat deutlich vor den Kandidaten der AfD (20,1 Prozent) und der Grünen (17,7 Prozent).
Stellungnahme des Landesvorsitzenden Manuel Hagel
In einer ersten Reaktion im ZDF bezeichnete Manuel Hagel das Ergebnis als Niederlage in Bezug auf die gesetzten Ziele:
„Das Hauptziel war, dass wir stärkste Kraft in Baden-Württemberg werden und dass wir eine CDU-geführte Landesregierung bilden können. Dieses Ziel haben wir – Stand jetzt – nicht erreicht. Und da gibt’s auch gar nichts drumrumzureden: Das ist eine Niederlage für uns.“
Hagel betonte, dass der Regierungsbildungsauftrag nun bei den Grünen liege. Er gratulierte Cem Özdemir zu dessen Ergebnis, machte jedoch deutlich, dass die CDU bereitstehe, Verantwortung für das Land zu tragen, sofern eine stabile Regierung der Mitte gebildet werden könne. Eine Zusammenarbeit mit der AfD, die auf 18,8 Prozent zulegte, schloss Hagel erneut kategorisch aus.
Historisches Tief für SPD und FDP
Während die CDU zulegen konnte, erlebten die anderen Parteien der ehemaligen Bundes-Ampel schwere Verluste. Die SPD stürzte auf ein historisches Tief von 5,5 Prozent ab, was zum Rücktritt des Landesvorsitzenden Andreas Stoch führte. Auch die FDP verfehlte mit 4,4 Prozent nach aktuellem Stand den Wiedereinzug in den Landtag; Landeschef Hans-Ulrich Rülke kündigte daraufhin seinen Rückzug an.
Die CDU Baden-Württemberg wird in den kommenden Tagen das Ergebnis in den Gremien tiefgreifend analysieren und über das weitere Vorgehen bei der Regierungsbildung beraten.