Mai 19 2017

Kurbeln sinkende Modulpreise die Photovoltaik-Nachfrage wieder an?

Die Photovoltaik wächst weltweit – nur nicht in Deutschland. Wo stehen wir heute und wird auch deshalb weniger investiert, weil man inzwischen für den gleichen Betrag deutlich mehr Leistung bekommt?

BildDie Photovoltaik-Industrie wächst weltweit – nur eben nicht hierzulande. Das belegt auch die jüngste Pleite des Bonner Unternehmens Solarworld und bringt damit die Debatte um Modulpreise, Investitionen und die Ausbauzahlen in Deutschland wieder in Gang. Wo stehen wir heute?

Modulpreise: Die Preise für Module sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Hauptverantwortlich dafür sind technologische Entwicklungen, starker Wettbewerb und Skaleneffekte. Die Preise für Photovoltaik-Module sind seit 2010 um 74 Prozent gesunken. Die Investitionskosten lagen damals noch bei 1,77 Euro pro Watt. Heute zahlt man auf dem europäischen Spotmarkt nur noch 46 Cent. [Endverbraucher müssen etwa mit dem 3-fachen Betrag für eine schlüsselfertige Solaranlage rechnen.]

Einspeisevergütung: In den Jahren des Wachstums 2009 bis 2012 wurde für Solarstrom von der Dachanlage ein Vergütungssatz zwischen 43 und 20 Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Nachdem der Gesetzgeber den Betrag nun noch einmal beinahe halbiert hat, erhalten Eigenheimbesitzer für ihren eingespeisten Solarstrom nur noch 12,30 Cent.

Seit dem Spitzenjahr 2010 sind die Investitionszahlen in der Photovoltaik-Branche um 92 Prozent gefallen. Die Kosten der Anlagenpreise sanken im gleichen Zeitraum um 72 Prozent – stärker als die Einspeisevergütung [64 %]. Es kam trotzdem zu einem Einbruch von 80 Prozent bei den Neuinstallationen.

Wir bekommen zwar heute sehr viel mehr Photovoltaik-Leistung für weniger Geld, doch die sinkenden Modulpreise konnten diesen enormen Investitionsrückgang nicht ausgleichen. Eine weitere Optimierung beim Preis-Leistungs-Verhältnis für Module und Speicher, aber vor allem eine stabile Vergütung können den Photovoltaik-Zubau wieder ankurbeln. Das leichte Wachstum von 2 Prozent im vergangenen Jahr könnte dafür ein Hinweis sein.

Die ausführliche Analyse inklusive der Marktzahlen und Quellen:
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