Kölner Stadt-Anzeiger: Richard David Precht attackiert "Literatursyndikat" um Günter Grass, Martin Walser und Siegfried Lenz: "Einer ganzen Generation von Autoren den Erfolg blockiert"

Köln (ots) – Der Philosoph und Publizist Richard David Precht (Wer bin ich, und wenn ja, wieviele?) wirft Autoren wie Günter Grass, Martin Walser und Siegfried Lenz eine missbräuchliche Beherrschung des deutschen Literaturbetriebs vor. Das “Literatursyn-dikat” um die genannten Autoren habe “einer ganzen Generation den Erfolg blockiert”, sagte Precht dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Montag-Ausgabe). Die Gruppe 47, zu der auch Günter Grass gehörte, habe sich “so breit gemacht, dass neben und nach ihr kaum noch jemand hochkommen konnte”. Precht griff auch die Rolle Grass’ und anderer als “Großschriftsteller” an, die in Deutschland mit ihrem “Großkritiker Marcel Reich-Ranicki” für moralisch-intellektuelle Fragen “quasi alleinzuständig geworden” seien. Precht bezeichnete diese Entwicklung als zwar historisch verständlich, aber gleich-wohl “seltsam”. Weil andere Eliten nach 1945 durch ihre Verstrickung in das NS-Regime desavouiert waren, seien dann “einige – vermeintlich ‘saubere’ – junge Kahlschlag-Autoren” gekommen und als “Robespierres der Gesellschaft” aufgetreten. Das “andächtig-vollmundige Lob auf diese Herren” empfinde er vor diesem Hinter-grund als “kitschig, wirklich kitschig”, so Precht. Am 2. September startet das ZDF mit Precht als Gastgeber eine neue Talkreihe.

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