Finanzkommunikation: Ergebnisziele sind Mangelware, trotz hoher Investorennachfrage

Frankfurt/Main (ots) –

   - Weniger als 40 Prozent der 200 größten börsennotierten 
     Unternehmen Europas kommunizieren in diesem Jahr konkrete 
     Ergebnisziele 

   - Studie von Burson-Marsteller zeigt: 94 Prozent der Analysten und
     Journalisten erwarten mehr Orientierung von Unternehmen 

Von den 200 größten börsennotierten Unternehmen Europas haben lediglich 77, das sind weniger als 40 Prozent, konkrete Ergebnisziele für das Jahr 2012 kommuniziert. Diese Zurückhaltung steht im Widerspruch zu den Ergebnissen einer Studie von Burson-Marsteller. Die Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit von 94 Prozent der Finanzanalysten und Wirtschaftsjournalisten konkrete Ergebnisziele begrüßen würde.

Für die Studie befragte die internationale Agentur für Public Relations und Public Affairs Burson-Marsteller gemeinsam mit ihrem britischen Partner Smithfield Consultants und Vara Research 140 Analysten und Finanzjournalisten.

Laut der Studie empfindet eine eindeutige Mehrheit (94%) der Befragten konkrete Ergebnisziele entweder als hilfreich oder sehr hilfreich. Zugleich geben mehr als ein Drittel (39%) der Befragten an, dass Veränderungen bei Ergebniszielen einen negativen Einfluss auf ihre Bewertung beziehungsweise Wahrnehmung eines Unternehmens haben. Dies könnte erklären, warum viele Unter-nehmen keine spezifische Daten oder auch gar keine Daten zum Ausblick zur Verfügung stellen.

Obwohl Analysten und Wirtschaftsjournalisten die Bekanntgabe von Ausblicken eindeutig befürwor-ten, macht die Umfrage deutlich, dass sie die Ausblicke von Unternehmen durchaus hinterfragen. Zugleich geben mehr als die Hälfte (52%) der befragten Analysten an, dass sie auf der Grundlage von Ergebniszielen ihre eigenen Empfehlungen nach oben oder unten korrigieren würden. Außerdem glauben mehr als ein Drittel (39%), dass Prognosen von Analysten verlässlicher sind, um die voraussichtliche Entwicklung von Unternehmen zu ermitteln.

„Die Studie macht deutlich, dass Unternehmen und Analysten im Wettbewerb um die Aufmerksam-keit der Marktteilnehmer stehen, indem sie Ergebnisziele kommunizieren beziehungsweise Progno-sen abgeben“, sagt Michel Doermer, verantwortlich für die Finanzkommunikation bei Burson-Marsteller in Deutschland. „Dies führt bisweilen dazu, dass Unternehmen und Analysten unterschiedliche Ausblicke abgeben und sich Marktteilnehmer und insbesondere Journalisten als Multiplikatoren für eine der zwei Meinungen entscheiden. Dies kann negative Auswirkungen, etwa Preisschwankungen, mit sich bringen. Eine kooperative Vorgehensweise würde das Risiko von Preisvolatilität deutlich verringern.“

Scott Fulton, Direktor für Investor Relations bei Smithfield in London, sagt: „Wir sind der Meinung, dass Unternehmen von vollständigen Vorhersagen über die Ertragslage absehen sollten. Stattdessen sollte das Management seine Ziele für kontrollierbare Faktoren artikulieren und ungewisse Aspekte offen ansprechen. Analysten haben dann die Möglichkeit, Prognosen zu erstellen, die verlässliche Unternehmensinformationen mit ihren eigenen Einschätzungen zum wirtschaftlichen Umfeld verbinden. So kann der Blick weg von etwaigen Erwartungen an ein Unternehmen hin zur eigentlichen Geschäftsentwicklung gelenkt werden. Dem Ziel, dass die Marktkapitalisierung die Leistung des Unternehmens widerspiegelt und nicht etwa die Prognosefähigkeit des Managements, käme man so ein gutes Stück näher.“

Über die Studie

Vom 9. Februar 2012 bis zum 9.März 2012 haben Burson-Marsteller, Smithfield Consultants und Vara Research 119 Analysten und 21 Wirtschaftsjournalisten in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden zum Thema „Corporate Guidance“ befragt. Die Studie umfasst 46 unterschiedliche Investment-Banken und Institutionen sowie elf führende Wirtschaftsmedien in ganz Europa. Zur redaktionellen Bearbeitung stellt Burson-Marsteller die konsolidierten Ergebnisse der Umfrage gerne zur Verfügung.

Über Burson-Marsteller

Burson-Marsteller zählt weltweit zu den führenden Agenturen für Public Relations und Public Affairs. Seit der Gründung 1953 in den USA ist professionelle Kommunikation oberstes Ziel und Qualitätsmaßstab zugleich. Burson-Marsteller verfügt über ein globales Netzwerk von 68 eigenen und 81 assoziierten Büros und ist in 109 Ländern auf sechs Kontinenten präsent. In Deutschland bietet Burson-Marsteller seinen Kunden strategische Beratung und die Umsetzung anspruchsvoller nationaler und internationaler Kommunikationskampagnen durch Büros in Frankfurt am Main und Berlin. Burson-Marsteller ist seit 1979 Mitglied von Young Rubicam Brands, die im Jahr 2000 von der WPP-Gruppe übernommen wurde. Webseite: www.burson-marsteller.de.

Pressekontakt:

Burson-Marsteller Deutschland
Daniel Silberhorn
+49 69 23809 89 

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