DER STANDARD-Kommentar "Nur Bravsein bringt nichts"

von Bettina Fernsebne-Kokert

Wien (ots) – Wenn Kindergartenpädagoginnen wieder einmal auf die Straße gehen, dann tun sie das, um ihre seit Jahren gleichen Forderungen zu wiederholen: kleinere Gruppengrößen, bessere Bezahlung, eine Ausbildung in Hochschulen und einheitliche Rahmenbedingungen von Bregenz bis Eisenstadt. Doch mit derselben Beharrlichkeit werden ihre Anliegen von der Politik geflissentlich überhört. Nämlich just von jenen Leuten, die bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit das Loblied von der Bedeutung der Elementarpädagogik anstimmen: Alles ist ganz wichtig und die Arbeit der Pädagoginnen superwertvoll. Bloß schlägt sich das für die Betroffenen weder in ihren Arbeitsbedingungen noch auf ihrem Gehaltszettel nieder Wundern braucht einen das nicht wirklich. Denn Kindergartenpädagoginnen haben keine einheitliche gewerkschaftliche Vertretung und je nach Bundesland unterschiedliche Arbeitsbedingungen. Dabei hätte diese Berufsgruppe ein echtes Ass im Ärmel: Kleinkindpädagoginnen werden dringend gesucht. In jeder anderen Branche hätten gesuchte Fachkräfte bereits andere Gehälter erstritten. Dazu gehört aber auch, sich manchmal zu wehren. Und sich nicht wie jene Kindergärtnerinnen in einigen Vorarlberger Gemeinden vom Bürgermeister auch noch für den Putzdienst einspannen zu lassen. Angst, keinen neuen Job zu finden, braucht derzeit wohl keine Pädagogin zu haben.

Rückfragehinweis: Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445

Digitale Pressemappe: https://www.ots.at/pressemappe/449/aom

 

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