Corona time has broken – ein Situationsbericht aus Thailand

Wo noch vor ein paar Tagen Touristen ihren Strandspaziergang machten oder zur Abkühlung ins lauwarme Wasser stiegen, haben die kleinen Meereskrabben ihr Terrain zurückerobert. Leere Strände, leere Straßen und stille Gassen prägen das heutige Bild von Khao Lak. Dort, wo früher  an Markkttagen Menschenmassen an den Fressbuden und Markt Shops vorbeiwaberten, sieht man nur noch vereinzelt Einheimische und Expats im Rentenalter ihre Take away Einkäufe machen, Käufer und Verkäufer mit Gesichtsmasken. Geschlossene Bars, leere Restaurants und verwaiste Bürgersteige, wenn der Abend sich über dem einst mit brodelnden Menschengewirr überfüllten Ferienort ausbreitet.

Gespenstische Stille am Abend auf unserer Terrasse, wo einst Fetzen von Musik aus den Bars und den Freiluft-Discos zu hören waren. Selbst der röhrend knatternde Straßenlärm des Highway 4 in der Ferne ist verstummt.

Wenn wir früher oft minutenlang darauf warten mussten mit dem Roller auf die Hauptstraße zu kreuzen, haben wir heute sofort freie Fahrt.

Das Feriendorf entleert sich. Für jeden gilt außerhalb der Wohnung Maskenpflicht. Die Insel Phuket ist hermetisch abgeriegelt. An den Grenzen der inländischen Bezirke in Thailand wird jede Person kontrolliert, nur notwendige Transporte sind gestattet. Die letzten Touristen warten auf den Rückflug und die thailändischen Wander- und Gastarbeiter des Tourismusgewerbes versuchen ihre Arbeitsstellen zu verlassen, können aber nicht in ihre Heimatdörfer zurück.

Die Besitzer von geschlossenen Restaurants, Massagehütten, Ferienhäusern, Resorts und Hotels hoffen auf eine Corona freie neue Saison. Aber welche Betriebe werden diese Krise überstehen? Nur wenige.

Ab 20:00 bis morgens 5:00 Uhr ist Ausgangssperre. Uns stört es wenig, wenn man tagsüber mit dem Roller zum Meer oder aufs Land fahren kann.

Die Welt gerät gerade aus den Fugen. Doch der Optimismus und die Risikobereitschaft der Thais sind oft bewundernswert. Immerhin haben sie die Tsunamikrise in Khao Lak auch gemeistert!

Ich wünsche allen nah und fern viel Glück und Gesundheit.

im März 2020

Bruno Schmidt

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