Feb 16 2012

"Auslaufmodell Fernsehen…..?"

Isernhagen, Hannover, 15. Februar 2012 – “Auslaufmodell Fernsehen…..?”

(Kurzkommentar von Andreas Partie, Geschäftsführer der atn Partie GmbH)

Ist Fernsehen im Zeitalter der digitalen Medienkonvergenz ein Auslaufmodell? Das fragen sich nicht nur Ralf Kaumanns und seine Co-Herausgeber in ihrem Band “Auslaufmodell Fernsehen? Perspektiven des TV in der digitalen Medienwelt”. Immerhin, noch steht ein Fragezeichen hinter dem vermeintlichen oder tatsächlichen Auslaufmodell.

Es war ein Mal….
Wenn Menschen zusammen sitzen, die in etwa der gleichen Generation angehören, und dabei wenigstens schon auf die 40 zugehen, kommt das Gespräch immer Mal wieder auf das Thema “Fernseherinnerungen”, wie es Sabine Haas in ihrem Blogbeitrag vom November letzten Jahres nennt. Diese Erinnerungen zeichnen sich meist dadurch aus, dass man an gemeinsam verbrachte Fernsehzeit denkt, mit Serienprotagonisten, die praktisch zur Familie gehörten und Gesprächsstoff im sozialen Umfeld lieferten (und manchmal noch heute liefern). Schließlich waren alle Zuschauer an die gleichen Sende- und Programmpläne gebunden.
Klar ist: die Fernseh- oder “Medienerinnerungen” der nächsten Generationen werden deutlich anders und unterschiedlicher ausfallen. Fernsehen wird schon im Kinderzimmer zeitversetzt und interessenorientiert genutzt. Wirkliche Überschneidungen gibt es kaum noch, und wenn dann eher als pädagogischer Eingriff, denn als Teilen von Fernseherlebnissen.

Der mündige Zuschauer
Spätestens seit der Erfindung des Videorekorders konnte sich der Zuschauer dann zum ersten Mal von den Programmplänen der einzelnen Sender emanzipieren und zeitversetzt konsumieren.
Das war allerdings mit einem nicht ganz unerheblichen Planungsaufwand verbunden.
Jetzt, in der digitalen Medienwelt, können Zuschauer individuell navigieren, selektieren, archivieren, konsumieren. Alles auf Basis ihrer persönlichen Vorlieben und “Einstellungen” im doppelten Wortsinne. Dabei können beispielsweise Werbeeinblendungen gezielt übersprungen und zusätzliche audio-visuelle Informationsinhalte abgerufen werden. Die technischen Vorrausetzungen sind gegeben, und Telekommunikation, Rundfunk und Internet verschmelzen weiter in einem rasanten Tempo. Die klassischen Anbieter hinken dieser Dynamik oft genug hinterher. Der Verbraucher alias “Nutzer”, wenn er nicht zu den “digital natives” oder den absoluten Technikfreaks gehört, kann allerdings die komplexen und oftmals widersprüchlichen Informationen oftmals kaum noch filtern. Und die stehen zwischen ihm und der digitalen Medienvielfalt. Trotzdem gilt uneingeschränkt, dass wir nicht mehr passive Zuschauer, sondern aktive Medien-/Fernsehkonsumenten geworden sind.

Seit etwa 2009 findet man verstärkt Studien- und Medienforschungsergebnisse, die belegen, dass sich die TV-Nutzungsgewohnheiten deutlich verändert, und vor allem vervielfältigt haben.
Man spricht hier von unterschiedlichen “Verfassungen”, wie zum Beispiel der klassischen “Lean-Back”-Verfassung bei der sich ein Zuschauer aufs Sofa sinken lässt und einfach dem Programm folgt.
Inzwischen etablieren sich weitere Formen, bei denen der Fernseher parallel zu anderen Medien genutzt wird. Das können Internet-/Online-Medien sein oder der Laptop auf den Knien, mit dem man nebenbei chattet, Social Media nutzt oder die E-Mails bearbeitet. Diese und andere Nebennutzungsformen wollen die Forscher vor allem in den jüngeren Zielgruppen ausgemacht haben, zu beobachten sind sie aber in allen demografischen Gruppen.

Von der analogen Nutzung zur digitalen Medienplattform
Mit der technischen Entwicklung von analog zu digital hat sich auch die Rolle der Netzbetreiber und Satellitenanbieter stark verändert: es geht schon längst nicht mehr darum nur Inhalte zu transportieren und dafür gewinnbringend die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Inzwischen geht es darum, diese Inhalte zum Beispiel über bestimmte Distributionsplattformen sinnvoll zu vermarkten. Das wiederum affiziert die Medienpolitik und die unübersichtlichen Regulierungsszenarien. Wie wird es weitergehen, über das bisherige Duopol von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern hinaus?
Mit Prognosen tun sich selbst Experten schwer, denn in der ohnehin komplexen Materie trifft eine Vielzahl von Einflussfaktoren aufeinander: gesellschaftliche, technische, historische, politische und weitere mehr. Prof. Dr. Norbert Schneider weist in dem genannten Sammelband zu Recht daraufhin, dass die Medien einen doppelten Anteil an dieser Komplexität haben. Sie produzieren eine ungeheure Menge an möglichem Wissen und erreichbaren Informationen. Zugleich schaffen sie selbst die Instrumente, um selektieren und die Angebote individuell nutzen zu können. Und damit ist auch das Stichwort dazu gefallen, wo sich diese Komplexität zuallererst niederschlägt: nämlich beim Nutzer. Und nicht etwa bei den Experten der einzelnen Fachbereiche.

Fernsehveranstalter was nun?
Ein individuelles, personalisiertes Fernsehprogramm, beim dem sich der Nutzer seine Informationen selbstbestimmt sucht und kombiniert verändert naturgemäß das Geschäftsmodell der bisherigen Platzhirsche unter den Fernsehveranstaltern. Zum 1. Mai diesen Jahres kommt definitiv die digitale Aufschaltung. Parallel dazu gewinnt mit den breitbandigen Telekommunikationsnetzen IPTV immer stärker an Boden. Der Marktanteil selbst ist zwar noch vergleichsweise gering, er gehört aber zu denen, die proportional am stärksten wachsen.

Die technologischen Fortschritte schaffen also einerseits einen neuen Wettbewerb, bei dem die althergebrachten Kriterien neu betrachtet oder verworfen werden müssen, aber sie schaffen zusätzlich neue Möglichkeiten, sich zu ergänzen. Wenn man einmal von Nutzung durch Technikfreaks absieht und sehr pragmatisch den Fernsehnutzungsgewohnheiten im speziellen zuwendet gilt aber derzeit noch:

“Fernsehen ist ein erfolgreiches Medium, weil man zwischen verschiedenen Angeboten durch den Druck auf die Fernbedienung “zappen” kann. Auch wenn die “Konvergenz” der Medien ein Schlagwort der gegenwärtigen Entwicklung ist, bleibt festzustellen, dass die verwendeten Technologien in weiten Teilen nicht kompatibel sind: Zapping als “Quality of Service” fehlt dem neuen Abruffernsehen noch.”( Dr. Bernhard Engel, in: “Auslaufmodell Fernsehen? Perspektiven des TV in der digitalen Medienwelt”).

Andreas Partie, Geschäftführer atn Partie GmbH

Quellen:
“Auslaufmodell Fernsehen? Perspektiven des TV in der digitalen Medienwelt”, Hrsg., Ralf Kaumanns, Veit Siegenheim, Insa Sjurts, Gabler, Wiesbaden, 2008
Blogparade: Fernseherinnerungen – die Lieblingsserien aus der Kindheit, Sabine Haas, http://www.result-blog.de/2011/11/21

Hintergrund:
concept m research + consulting GmbH, http://conceptm.eu/2009/04/24/tv-konsum—die-geheime-reichweite/#more-420
n-tv plus
Reaktionen auf das neue Fernsehen Plus aus der Marktforschung, 2. Nov 2007
Future of Advertising 2015, Sept 2011
Den Pudding an die Wand nageln – über die selbst verschuldeten Grenzen von Medienpolitik und -regulierung im digitalen Zeitalter, Vortrag von Steffen Grimberg, 26.01.2012 im Rahmen der nordmedia Future Media Reihe, Hannover, planetMID

Weitere Informationen für die Medien senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Bitte wenden Sie sich dazu an Dagmar Schulz, unter dschulz@kontaktaufnahme.net oder telefonisch unter +49 511 353 24 692.

Kurzprofil atn Partie GmbH
Das Unternehmen für Kommunikationstechnik besteht seit mehr als 50 Jahren und wird mittlerweile in der dritten Generation jetzt von Andreas Partie geführt. Die alte Gemeinschaftsantennenanlage hat sich zu einer komplexen Struktur für die Multimediaversorgung mit TV, Rundfunk und Übertragung von Diensten wie Internet- und Telefonie-Dienstleistungen entwickelt. atn stellt Lösungen zur Verfügung, die sowohl größtmögliche Flexibilität bei der Auswahl der Signalzuführung als auch beim Transport der unterschiedlichsten Multimediadienste zum Teilnehmer bieten.Dabei konzentriert sich atn auf die Internetversorgung für Gebiete, die über “kein DSL” verfügen, die atn Versorgung für TV Dienste kombiniert mit “High Speed Internet” Diensten sowie die “individuelle Medienversorgung”. Als Internet-Service-Provider steht das Unternehmen aus Isernhagen in hartem Wettbewerb zu überregionalen und internationalen Konzernen. Das Unternehmen ist demgegenüber flexibel und setzt auf den direkten Draht zum Kunden statt eines anonymen Call Centers. Weitere Informationen unter http://www.atn.de.

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Das Unternehmen für Kommunikationstechnik besteht seit mehr als 50 Jahren und wird mittlerweile in der dritten Generation jetzt von Andreas Partie geführt. Die alte Gemeinschaftsantennenanlage hat sich zu einer komplexen Struktur für die Multimediaversorgung mit TV, Rundfunk und Übertragung von Diensten wie Internet- und Telefonie-Dienstleistungen entwickelt. atn stellt Lösungen zur Verfügung, die sowohl größtmögliche Flexibilität bei der Auswahl der Signalzuführung als auch beim Transport der unterschiedlichsten Multimediadienste zum Teilnehmer bieten.Dabei konzentriert sich atn auf die Internetversorgung für Gebiete, die über “kein DSL” verfügen, die atn Versorgung für TV Dienste kombiniert mit “High Speed Internet” Diensten sowie die “individuelle Medienversorgung”. Als Internet-Service-Provider steht das Unternehmen aus Isernhagen in hartem Wettbewerb zu überregionalen und internationalen Konzernen. Das Unternehmen ist demgegenüber flexibel und setzt auf den direkten Draht zum Kunden statt eines anonymen Call Centers. Weitere Informationen unter http://www.atn.de.

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